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Automatisierte Kundennachverfolgung mit der WhatsApp Business API einrichten

5 Min. Lesezeit

Automatisiertes Nachfassen über die WhatsApp Business Platform funktioniert so: An eine Person, die eingewilligt hat, geht eine vorab genehmigte Vorlagennachricht; deren Antwort öffnet ein 24-Stunden-Fenster, in dem frei geschrieben werden darf. Außerhalb dieses Fensters sind nur genehmigte Vorlagen zulässig, und jede Nachricht gehört in den Kundendatensatz.

Wer das versucht, stellt nach zwei Wochen dasselbe fest: Die WhatsApp Business App und die WhatsApp Business Platform sind zwei verschiedene Produkte. Die App ist ein Telefon in jemandes Hand. Die Platform ist eine API mit Vorlagengenehmigung, Einwilligungspflicht und einem Nachrichtenfenster – und nur Letztere lässt sich automatisieren.

WhatsApp Business Platform

Die API-Ebene von WhatsApp für Unternehmen. Ausgehende Nachrichten an Personen, die zuletzt nicht geschrieben haben, müssen eine vorab genehmigte Vorlage verwenden; antwortet die Person, öffnet sich ein 24-Stunden-Fenster, in dem freie Nachrichten erlaubt sind.

Dieses Fenster zu verstehen ist der größte Teil der Konzeptarbeit. Alles Weitere folgt daraus.

Was Sie vorher brauchen

  • Eine Nummer, die nicht schon in der Verbraucher-App läuft. Eine bestehende Nummer lässt sich migrieren, aber nur in eine Richtung – entscheiden Sie bewusst.
  • Ein verifiziertes Unternehmenskonto bei Ihrem Anbieter; das dauert Tage, nicht Minuten.
  • Nachweisbare Einwilligung. Für werbliche Nachrichten verlangt § 7 UWG die Einwilligung, und die DSGVO verlangt, dass Sie sie belegen können – mit Zeitpunkt und Herkunft.
  • Einen Ort für die Antworten. Landen Rückmeldungen in einem Postfach ohne Zuständigkeit, macht Automatisierung das Problem schneller, nicht kleiner.

Die Einrichtung

  1. 1Nummer und Anbieter wählenEine eigene Geschäftsnummer erspart die Migrationsfrage ganz. Der Anbieter übernimmt Verifizierung und Vorlageneinreichung; die Nummer bleibt Ihre.
  2. 2Einwilligung einholen und dokumentierenFragen Sie dort, wo die Nummer entsteht – im Buchungsformular, im Gespräch, am Tresen – und halten Sie fest, wann und wo zugestimmt wurde. Eine Einwilligung, die sich nicht belegen lässt, ist keine.
  3. 3Vorlagen schreiben und einreichenBeginnen Sie mit dreien: Terminbestätigung, Terminerinnerung, Nachfassen nach verpasstem Anruf. Variablen auf Name, Datum, Uhrzeit und Leistung beschränken. Abgelehnt wird meist wegen werblich-vager Formulierungen.
  4. 4Auslöser festlegenJede Vorlage startet aus einem Ereignis in Ihren Systemen, nicht aus der Entscheidung einer Person: Termin angelegt, Termin in zwei Tagen, Anruf nicht angenommen.
  5. 5Den Antwortweg planenEine Antwort öffnet das 24-Stunden-Fenster und ist der eigentliche Zweck. Legen Sie vorher fest, was automatisch beantwortet wird, was zu einem Menschen geht und wie schnell.
  6. 6Alles zurückschreibenJede gesendete und empfangene Nachricht gehört in die Zeitleiste des Kontakts. Sonst sieht niemand, wer schon kontaktiert wurde – und zwei Personen fassen doppelt nach.

Die drei Vorlagen, die sich zuerst lohnen

VorlageAuslöserWas hineingehört
TerminbestätigungBinnen einer Minute nach dem Anlegen des TerminsDatum, Uhrzeit, wer und wo – und eine Möglichkeit zu ändern
ErinnerungZwei Tage vor dem TerminDieselben Angaben und eine Absage mit einem Tipp – früh genug zum Nachbesetzen
Nachfassen nach verpasstem AnrufEin eingehender Anruf, der nicht angenommen wurdeDas Anliegen, sofern bekannt, und ein Buchungslink
Wo welche Vorlage greift

Der Zeitpunkt der Erinnerung ist eine betriebliche Entscheidung im technischen Gewand. Eine Erinnerung am Vortag senkt die Zahl der Nichterschienenen; eine Erinnerung zwei Tage vorher senkt sie und verschafft Ihnen Zeit, den frei gewordenen Termin neu zu vergeben.

Wo WhatsApp gegenüber dem Anruf steht

WhatsApp ist der zweite Kontakt, nicht der erste. Was funktioniert: erst anrufen – ein Anruf wird angenommen oder nicht, und zwar sofort – dann schreiben, wenn niemand abgenommen hat. Die umgekehrte Reihenfolge erzeugt vor allem ungelesene Nachrichten.

Diese Strecke mit ihren Zeitpunkten und Ausstiegsbedingungen behandeln wir in Lead-Nachverfolgung automatisieren; die ganze Kette vom eingehenden Anruf bis ins CRM steht in Geschäftsautomatisierung mit KI. WhatsApp ist ein Kanal innerhalb beider.

Auf der richtigen Seite der Regeln bleiben

Zwei Regelwerke greifen gleichzeitig, und meist wird nur an eines gedacht. Die Richtlinien von WhatsApp regeln Vorlagen, Einwilligung und was als Werbung gilt. Das deutsche und europäische Recht regelt die personenbezogenen Daten: Rechtsgrundlage, Löschfrist für den Nachrichtenverlauf und ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter, der die API für Sie betreibt. Orientierung dazu geben die Hinweise der Bundesbeauftragten für den Datenschutz.

Praktisch erspart eine Unterscheidung den meisten Ärger: Servicenachricht oder Werbung. Eine Terminbestätigung an jemanden, der gerade gebucht hat, ist Service. „Diesen Monat 20 % Rabatt“ an dieselbe Person ist Werbung und braucht eine nachweisbare Einwilligung – nicht bloß eine Nummer, die Sie zufällig haben.

Was üblicherweise schiefgeht

  • Keine Ausstiegsbedingung. Die Person bucht, und die Strecke fasst weiter nach. Das schadet mehr, als gar nichts geschickt zu haben.
  • Vorlagen wie Anzeigen geschrieben. Sie werden abgelehnt, und die Überarbeitungsschleife kostet eine Woche.
  • Antworten ohne Zuständigkeit. Das Fenster öffnet sich, es wird geantwortet, und zwei Tage sieht es niemand.
  • Nachrichten, die nie im Datensatz landen. Der Verlauf liegt in einer eigenen App, und im CRM sieht die Person aus, als sei sie nie kontaktiert worden.

Messen

Zustell- und Leseraten liefert die Plattform, und sie sind am wenigsten aussagekräftig. Verfolgen Sie die Antwortquote je Vorlage, den Anteil sauber beendeter Strecken und – bei der Erinnerung – die Veränderung der Nichterschienenen gegenüber einem vor der Einführung festgelegten Ausgangswert.

Wenn Sie Vorlagen und Auslöser an Ihrem eigenen Buchungsablauf entwerfen möchten: Demo vereinbaren.

Häufige Fragen

Was unterscheidet die WhatsApp Business App von der API?

Die App ist eine Telefonanwendung für ein bis zwei Personen, die von Hand antworten. Die Business Platform ist eine API: Nachrichten gehen aus Ihren Systemen über vorab genehmigte Vorlagen raus. Nur diese Ebene lässt sich automatisieren oder an ein CRM anbinden.

Was ist das 24-Stunden-Fenster?

Schreibt Ihnen eine Person, öffnet sich ein Fenster von 24 Stunden, in dem Sie frei antworten dürfen. Außerhalb dieses Fensters sind nur genehmigte Vorlagen erlaubt. Nahezu jede Entwurfsentscheidung in einem WhatsApp-Ablauf folgt aus dieser Regel.

Brauchen wir eine Einwilligung für WhatsApp-Nachrichten?

Für alles Werbliche ja, und sie muss nachweisbar sein – festgehalten dort, wo die Nummer entstanden ist. Servicenachrichten wie eine Terminbestätigung an jemanden, der gerade gebucht hat, liegen anders als Werbung; die beiden sauber zu trennen lohnt sich.

Wie lange dauert die Genehmigung einer Vorlage?

Nach der Kontoverifizierung meist Stunden statt Tage. Ablehnungen kommen überwiegend bei vagen oder werblichen Formulierungen; Vorlagen, die eine konkrete, erwartete Tatsache nennen – dieser Termin, diese Uhrzeit, dieser Ort – gehen leichter durch.

Kann WhatsApp Telefonanrufe beim Nachfassen ersetzen?

Es ergänzt sie, statt sie zu ersetzen. Ein Anruf klärt sofort oder eben nicht; die Nachricht erreicht die Person, die nicht abnehmen konnte. Erst anrufen, dann schreiben ist die Reihenfolge, die funktioniert – und beides gehört auf denselben Kundendatensatz.

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